die andere Musik

 
Longsellers und Geheimtipps << A >>    
 
ACKLES, DAVID > David Ackles (68/02) I Subway To The Country (69/02) I American Gothic (72/02)
JACQUES BREL in Frankreich, SCOTT WALKER in England, DAVID ACKLES in Amerika. Endlich habe auch ich den halb vergessenen Songwriter DAVID ACKLES mit seinen drei ‚Elektra’-Alben entdeckt, dank eines Artikels über HAWKSLEY WORKMAN, in dem neben DAVID BOWIE & TIM BUCKLEY auch DAVID ACKLES als Einfluss angegeben wurde. Das warme Timbre in der Stimme erinnert an den frühen TIM HARDIN, die raffinierten Arrangements rund um die Songperlen sind opulent ausgeschmückt, bis hin zu einem erfrischenden BRECHT/WEILL-Touch. Das Debut enthielt seinen einzigen Hit «Road To Cairo» (bekannt geworden durch JULIE DRISCOLL & BRIAN AUGER), bei «Subway To The Country» waren 22 (!) Musiker beteiligt, «American Gothic» gilt heute als ‘Dark Americana’-Klassiker, aufgenommen in England, produziert von BERNIE TAUPIN, assistiert von ROBERT KIRBY (Nick Drake). Ich kann mich momentan kaum satt hören, die Atmosphäre ist einfach wunderbar schön. Veit    
AERONAUTEN > Bohème Pas De Problème (01)
  Das neuste Werk der AERONAUTEN hat Stil & Schmiss, es swingt und groovt, Easy Listening trifft auf French Lounge, Bossa Nova auf Mittelmeer-Grooves. Der lakonische Sänger OLIVER MAURMANN alias GUZ beherrscht die seltene Kunst, intelligente Popsongs wie launisch hingeschmissene Rohdiamanten aussehen zu lassen.



AESCHBACHER, WERNER > Aeschbacher (01)
  Diese Musik ist ein schönes Beispiel dafür, wie sogenannte «Volks-Kunst» plötzlich die Aufmerksamkeit eines grösseren Kulturkreises erreichen kann. WERNER AESCHBACHER stammt aus Eggiwil im Emmental, lebt heute in Bützberg und arbeitet als amtlicher Prüfer von Linienbussen. Nebenbei spielt er seit Jahr und Tag Musik auf seinem Schwyzerörgeli und dem Langnauerli, der kleinsten aller Handorgeln. AESCHBACHER spielt virtuos und beseelt, in der Tradition seiner Vorfahren, jedoch offen für die verschiedensten Formen des Musizierens, auf der Suche nach immer neuen Klangräumen. Aufnahmen zu den beiden Filmen «Zwischentöne» und «Jour De Nuit» (im Januar 2002 auf ARTE), eingespielt mit 8 Musiker/innen (darunter der bekannte Grenzgänger MARTIN HÄGLER), sind hier auf einer wunderbar edierten CD vereint.Veit
AGRO, BRIAN > Poems & Preludes (01)
Geheimtip! TOMAS BÄCHLI interpretiert Klavierstücke des Briten BRIAN AGRO, in der Tradition des Katalanen FEDERICO MOMPOU und des Franzosen ERIK SATIE.



AKSAK MABOUL11 Danses Pour Combattre La Migraine (77/03)
Ein absoluter REC REC-Klassiker endlich auf CD. Ein Wegbereiter und Herzensöffner für so vieles, das danach entstehen sollte. Zum Beispiel «Gravity» (81) von FRED FRITH oder die gesamte Entwicklung von PASCAL COMELADE... CEDRIC VUILLE vom Neuchâteler ENSEMBLE RAYE hat mir jetzt bereits dreimal am Telefon vorgeschwärmt, wie sehr es ihn freut, dass er dieses Album wieder verschenken kann. Die multikulturellen Einflüsse auf diesem Album liessen meinen Vater im April 79 vorhersagen: «So klingt die Musik der Zukunft!» Die Musik glänzte nicht durch Virtuosiät wie z.B. «In Praise Of Learning» von HENRY COW, sondern durch einen ungeheuren Charme und entspannten laissez-faire. ERIK SATIE feierte Hochzeit mit NINO ROTA («Milano Per Caso»), DUKE ELLINGTON begegnete erstmals einer Drum Machine («Mooche»), HATFIELD & THE NORTH flirtete mit FRANK ZAPPA («Son Of L’Idiot »), TERRY RILEY fand auf einem türkischen Basar ein altes Fender Rhodes («Mastoul Alakefak»). Das «Blue Print» des kommenden ‚Crammed Records’-Labels, mit den Allround- Musikern Marc Hollander & Vincent Kenis. «With its elements of jazz, electronics, fake African, Balkan & minimal music, this album can retrospectively be viewed as a blueprint for most of the directions explored by Crammed Disc to this day». Aufschlussreiche Linernotes von MARC HOLLANDER, auch das «Indianerplakat», welches im Januar 81 anlässlich des AKSAK MABOUL-Auftritts in der Roten Fabrik sorgfältig von den Stadtwänden entfernt wurde, um das Wohnzimmer zu bereichern, findet sich im Booklet. Veit
 
ALLSCHWIL POSSE > Mitleid (99)
  Ein paar Sommer lang ist es her, als die Rapband, damals noch als REVOLTING ALLSCHWIL POSSE (R.A.P.) tätig, mit dem in Basler Dialekt gesungenen Song "Summer" die Mutter aller Sommerhits lanciert hat. Textzeilen wie "Mach kä Booge um Drooge, Drooge sind guet, alles andri isch glooge" oder "Gwalt isch guet, dehäi und i dr Clique, Gwalt isch guet, i dr Schuel und bim Figge" waren Lebensmotto für eine ganze Generation. Jetzt ist es endlich soweit: die ALLSCHWIL POSSE hat ein ganzes Album eingespielt! Dass die Band gar nicht aus Allschwil stammt, hat ein Basler Lokalradio erst gemerkt, nachdem es die Allschwiler Gemeindepräsidentin zu einem Podiumsgespräch wegen der gewaltfreudigen Parolen von R.A.P. einladen wollte. In Wirklichkeit kommen die beiden weiterhin in Baseltiitsch rappenden Gangstas aus Zürich und Bern und heissen Boni Koller (ex-BABY JAIL) und Bubi Rufener (ex-BISHOPS DAUGHTER, Sänger von BOOB). Musikalische Verstärkung erhielten sie im Studio von DJ DIFFERENZ, DJ DANGELOUS und der Hardcore-Band GURD. Roger
ALLEN, DAEVID > Now Is The Happiest Time Of Your Life (77/96)
  "Now Is The Happiest Time Of Your Life" (77) von DAEVID ALLEN sowie das Pendant seiner Frau, "Mother" (78) von GILLI SMYTH (beide beeinflusst vom benachbarten Mythologie-Forscher ROBERT RANKE-GRAVES auf der spanischen Insel DEJA), gehören für mich zu den schönsten Platten für grosse und kleine KINDER. Ein lupenreines Flamenco-Intro seines brillianten Gitarristen JUAN BIBLIONI, ein vor Optimismus und Verspieltheit überschäumender Storyteller DAEVID ALLEN, der auf der Glissando-Gitarre wunderbare Melodiebögen schafft, seinen beiden Kinder den Weltraum erklärt ("Tally & Orlando Meets The Cockpot Pixie"), den Response der Kinder genial in den Song einbettet, zwei witzige Kurzlesung einblendet (eine davon ein Rap), auf "Poet For Sale" eine herzergreifende Melancholie zelebriert, bei "Only Make Love If You Want To" ein Ambient-Ballet erklingen lässt, um zuletzt, als fulminante Steigerung, in der psychedelischen Soundcollage "I Am" überraschend ein berauschendes Harfensolo im Stile von HARPO MARX zu integrieren. Wahrlich ein Meisterwerk; einmal entdeckt, und nie mehr losgelassen.Veit
ALMADOVAR, PEDRO > Las Canziones De Almadovar (80-95/97)
  Ein Querschnitt durch die Filmmusik des spanischen Regisseurs PEDRO ALMADOVAR, zugleich beliebt und umstritten. Von "Pepi, Luci, Bom..." (80) über "Mujeres Ai Borde..." (87) bis hin zu "La Flor De Mi Secreto" (95). Tracks von LUZ, CHAVELA VARGAS, LUCHO GATICA, MIGUEL DE MOLINA, ALMADOVAR, LA LUPE, ZARAH LEANDER u.a. Bereits ein Renner in unserem Sortiment...
ANDERSON, LAURIE > Life On A String (01)
  Filigranes Handwerk, eine warme und verspielte Atmosphäre, sowie eine unberechenbar gebliebene Kreativität prägen das charmante Alterswerk. Feat. VAN DYKE PARKS, JOEY BARON, DAVID TORN, SKULI SVERRISSON, MITCHELL FROOM, EYVIND KANG, PETER SCHERER, BILL FRISELL, HAL WILLNER, VINICIUS CANTUARIA, LOU REED etc.


ANDO DROM > Phari Mamo (98)
  "Magnificent Gypsy Music From Budapest". Endlich da!. Das einzige lieferbare Album der ungarischen Zigeunerband ANDO DROM (bekannt vom Sampler ROAD OF THE GYPSYS) mit der schönen Sängerin MONIKA "Mitsou" JUHASZ MICZURA. Mit zwei Gästen der befreundeten französischen Gruppe BRATSCH.
ANNEGARN, DICK > Adieu Verdure (99)
  Schönes neues Album des Franzosen DICK ANNEGARN, auf dem hübschen Digipak-Cover maskiert mit selbstgebastelter Gitarre. Verschroben schräge und charmante ‘Nouveaux Chansons’ mit illustrer Gästeschar: MARC RIBOT (g), OLU DARA (cornet), PASCAL PALLISCO (acc) u.a.
APHEX TWIN > Drukqs (01) 2CD
  Richard D. James’ Einmann-Projekt APHEX TWIN ist überbewertet, und gerade viel hat sich an seiner Musik in den letzten 10 Jahren auch nicht geändert. Mit wirklich grandiosen Videoclips von CHRIS CUNNINGHAM und seinem überheblich-humorvollen Gehabe hat er oft mehr Aufmerksamkeit erreicht als mit seinen Alben (ausser vielleicht gerade wenn ein Journalist in ‘Das Magazin’ seine letzte Platte «Drukqs» zum besten Album des neuen Jahrtausends erkor). Eine Sammlung seiner Remixe hingegen macht Sinn, denn er ist einer der ohne Gewissen und Vorbehalte an fremde Songs herangeht und sie auch mal komplett umformt, to say the least (in einem Interview hat er erzählt, dass er einmal keine Lust hatte einen bereits zugesagten LEMONHEADS-Remix zu machen, da habe er der Band einfach eine herumliegende Kassette geschickt, weil man bei ihm ja eh damit rechnen müsse, dass man den Originaltrack nicht wieder erkennen könne). Neben den zu erwartenden Remixes für Verwandte (SEEFEEL, NINE INCH NAILS, MEAT BEAT MANIFESTO, NOBUKAZU TAKEMURA ...) gibt es auch Überraschungen (DIE FANTASTISCHEN VIER) und mit dem Remix von PHILIP GLASS’ Interpretation von DAVID BOWIEs «Heroes» eine sehr gelungene Überarbeitung einer Überarbeitung. Roger  
 
APHEX TWIN > 26 Mixes For Cash (03) 2CD
Richard D. James’ Einmann-Projekt APHEX TWIN ist überbewertet, und gerade viel hat sich an seiner Musik in den letzten 10 Jahren auch nicht geändert. Mit wirklich grandiosen Videoclips von CHRIS CUNNINGHAM und seinem überheblich-humorvollen Gehabe hat er oft mehr Aufmerksamkeit erreicht als mit seinen Alben (ausser vielleicht gerade wenn ein Journalist in ‘Das Magazin’ seine letzte Platte «Drukqs» zum besten Album des neuen Jahrtausends erkor). Eine Sammlung seiner Remixe hingegen macht Sinn, denn er ist einer der ohne Gewissen und Vorbehalte an fremde Songs herangeht und sie auch mal komplett umformt, to say the least (in einem Interview hat er erzählt, dass er einmal keine Lust hatte einen bereits zugesagten LEMONHEADS-Remix zu machen, da habe er der Band einfach eine herumliegende Kassette geschickt, weil man bei ihm ja eh damit rechnen müsse, dass man den Originaltrack nicht wieder erkennen könne). Neben den zu erwartenden Remixes für Verwandte (SEEFEEL, NINE INCH NAILS, MEAT BEAT MANIFESTO, NOBUKAZU TAKEMURA ...) gibt es auch Überraschungen (DIE FANTASTISCHEN VIER) und mit dem Remix von PHILIP GLASS’ Interpretation von DAVID BOWIEs «Heroes» eine sehr gelungene Überarbeitung einer Überarbeitung. Roger  
 
APOCALYPTICA > Cult (00)
  Drittes Album der langhaarigen & tätowierten Akademiker aus Finnland. Ihr Fachgebiet: Todmetall auf vier elektrisch verstärkten Cellos. Erstmals ausschliesslich Eigenkompositionen ihres Leaders EICCA TOPPINEN (*1975), nebst "Hall Of The Mountain King" von EDWARD GRIEG. Als Haupteinfluss wird der russische Komponist ALEXANDER SCRIABIN (1872-1915) angegeben. Klingt wie das Balanescu Quartett auf Speed. Oder wie Univers Zero unter anderen Vorzeichen. Ideal für alle schwarzen Romantiker da draussen im Nebel.Veit


APRIL > Ocean Of Love (99/01)
  Eindrückliches letztes Album der ex-FEMALE TROUBLE -Sängerin PIER-ANGELA COMPAGNINO (1963-99) aus Zürich, im Duo mit Songwriter DANI HANY. Im Trip Hop-Genre angesiedelt, aber keineswegs Fastfood. Intensiv & eindringlich.



AUBRY, RENE > Invites Sur La Terre (01)
  Sehr schönes Instrumental-Album des Franzosen RENE AUBRY mit 12 Gastmusiker/innen, für Fans von ENSEMBLE RAYE, PENGUIN CAFE ORCHESTRA und ZELWER. Möglicherweise ist es sein bisher bestes Album, wir werden uns aber zukünftig auch um den Backkatalog dieses Musikers kümmern, der bisher vor allem Musik für Tanz & Bewegung schrieb. Veit

AYERS, KEVIN > Joy Of A Toy I Shooting At The Moon I Whatevershebringswesing I Bananamour
Die ersten vier KEVIN AYERS-Alben sind mit Bonustracks erstmals zum Midprice lieferbar, alle mit zusätzlichen Bonustracks und ausführlichen Booklets. (Leider setzt Emi wie oft in letzter Zeit das Kopierschutz-Signet direkt auf das Frontcover, ein Sticker würde da wohl genügen, oder?). Das Debut feat. SOFT MACHINE, ein grosser Wurf des – nebst MOMUS – französischsten britischen Songwriters. Unveröffentlichter Bonustrack mit SYD BARRETT!! Der Zweitling feat. DAVID BEDFORD, LOL COXHILL, MIKE OLDFIELD etc. – das experimentellste Album. «Wasimmersiebringtwirsingen» enthält das hypnotische «Song From The Bottom Of A Well». «Bananamour» kommt erstmals mit dem Original-Booklet, inkl. Fotos von NICO und SYD BARRETT. Warum wurde KEVIN AYERS eigentlich noch nie mit CAETANO VELOSO in Zusammenhang gebracht? Veit