die andere Musik

     
Longsellers und Geheimtipps << C >>  
 
CALE, JOHN > Vintage Violence (69/01)  
  Als Blaupause seiner späteren Heldentaten war dieses CALE-Album bisher vernachlässigbar. Bonustrack 13. "The Wall" (ein Outtake der Session) ändert diese Situation auf einen Schlag. Ein mehrspuriges, radikales Bratschen-Instrumental über 6 Minuten, im Geiste seiner Zeit beim LA MONTE YOUNG / DREAM SYNDICATE-Projekt, aber auch ein Echo auf das atemberaubende "Black Angel’s Death Song" von THE VELVET UNDERGROUND & NICO (1967) Veit
 
CALEXICO > Black Light (City Slang) (98)  
  Ein wunderbar entspanntes Meisterwerk. Das definitive Sommeralbum 98. JOEY BURNS und JOHN CONVERTINO sind uns bekannt von GIANT SAND, OP8, RICHARD BUCKNER, VIC CHESNUTT und FRIENDS OF DEAN MARTINEZ. Die beiden Partner, ursprünglich Bassist & Drummer, haben sich heimlich zu begnadeten Multi-Instrumentalisten entwickelt & uns schon mit manch musikalischen Perlen beglückt. «Black Light» schlägt alles bisherige, mischt US-Singer/Songwriter-Tradition mit Steel-Guitar und Italo Western-Soundtracks. Das Werk besitzt dasselbe hymnische Country-Flair wie «How I Quit Smoking» der LAMBCHOP, ist instrumental aber viel unberechenbarer. «Bloodflow» klingt wie SKY BIRD & THE FISH OF HOPE pur (der Schweizer war offenbar 10 Jahre zu früh unterwegs). Und die mexikanischen Trompeten-Fanfaren am Schluss lassen mich schliesslich ganz in Verzückung zurück... Veit
CAPOSSELA, VINICIO > Il Ballo Di San Vito (96)  
  Welche Offenbarung! Dank einer Rezension des WOZ-Schreibers RICHARD BUTZ entdeckt, dreht sich ”Il Ballo Di San Vito” (zu deutsch: ”Der Ball des Heiligen Veit”) regelmässig in meinem CD-Player. Nomen ist Omen. Am ehesten vergleichbar mit seinem Landsmann PAOLO CONTE, erinnert die Stimme des Pianisten VINICIO CAPOSSELA aber auch an GHEDALIA TAZARTES, FRANCOIS CAMBUZAT oder TOM WAITS. Gastgitarrist MARC RIBOT setzt hier sein Instrument ähnlich genial ein wie PHIL MANZANERA 1974 für NICO’s ”The End”. LOUNGE LIZARDS-Keyboarder EVAN LURIE, der nebenher begnadete Tango-Scheiben aus dem Ärmel schüttelt, war für die Arrangements verantwortlich. Besonders schön: der NINO ROTA-Flair bei ”Al Veglione”. Veit

 
 
CAPOSSELA, VINICIO > L'Indispensabile (03)  
Leider kein neues Studioalbum unseres Lieblings-Cantautori VINICIO CAPOSSELA (*1965), aber eine zauberhaft verpackte Anthologie mit einem Bonustrack. Seltsamerweise haben unseren italienischen Kollegen der Warner-Brüderchen weder Aufnahmedaten noch Besetzung abgedruckt, dafür alle 18 Texte im Booklet des Digipaks in Zigarettenschachtel-Imitation in vier Sprachen abgedruckt! Italienisch, französisch, spanisch & deutsch! Das italienische Pendant zu TOM WAITS, feat. MARC RIBOT, GREG COHEN u.a. Das Album ist als Einstieg schwer zu empfehlen, da seine früheren Alben offiziell im Norden schwer erhältlich sind. Veit
CASH, JONNY > Man comes around (02)  
«Solitary Man» haben wir 50x verkauft, «Man Comes Around» bereits 40x. Danke Johnny, für den Cash! So kann ich die Alimente für meine 2 Kinder besser bezahlen... ;-) Im Januar 02 las ich mit Lungenentzündung gebannt seine Memoiren... ich hätte nie gedacht, dass ich eines Tages bei «Bridge Over Troubled Water», ein verhasstes SIMON & GARFUNKEL-Stück von 1970, einmal feuchte Augen bekommen sollte... hier im Duett mit FIONA APPLE.. Veit
CAT POWER > Moon Pix (98)  
Das vierte Album von CAT POWER, das einzigartige Projekt von CHAN MARSHALL (voc,g,p), diesmal aufgenommen in Australien mit zwei Leuten von DIRTY THREE. Das Resultat wirkt noch zerbrechlicher und desolater als zuvor, erinnert dabei verblüffend an die Spätsechziger der amerikanischen Westküste, speziell an Karen Dalton und Nico (ca. "Chelsea Girls", aber ohne Streicher). Sehr schön.
 
CATAPILLA > Changes(72/00)  
  Eine coole Mischung aus COLOSSEUM, CURVED AIR, EAST OF EDEN und KING CRIMSON, mit einer phänomenalen Sängerin namens ANNA MEEK.
 
CHESNUTT, CODY > Headphone...(02)  
CODY CHESNUTT: Geheimtipp! ROOTS-Mitglied CODY CHESNUTT mit charmanten
Low-Fi Soul-Hip Hop-Pop-Perlen auf Doppel-CD! Veit
 
CIRCUS McGURKUS > The Circus McGurkus (03)  
Markus Schönholzer: voice, banjo. Robi Rüdisühli: soprano sax, flute, accordion. Thomas Geiger: clarinet. Lukas Heuss: bass clarinet. Herbert Kramis: double-bass. Der Komponist, Autor und Banjospieler MARKUS SCHÖNHOLZER entführt uns mit seinem hochkarätigen 4-köpfigen Ensemble in eine komplexe Musikwelt mit humorvollen wie exzentrischen Szenarien. Das ist kein «Easy Listening», aber für ernste Musik viel zu komisch. Erfrischend zugänglich mit unbewölkten Arrangements im sonst ehrfurchtsvollen Genre der Kammermusik. Da ist Spleen am Werk: voll doppelbödiger Ironie, Schalk mit Spielfreude gemischt. Einflüsse sind nur schwer auszumachen. Die Zusammenarbeit von ELVIS COSTELLO mit dem BRODSKY QUARTET 1993 kommt uns in den Sinn, die einzigartig fragilen Kompositionen der ex-HENRY COW-Fagottistin LINDSAY COOPER schimmern durch oder die entrückte Welt des PENGUIN CAFE ORCHESTRA mit Leader SIMON JEFFES. Der Tages Anzeiger sah in WOODY ALLEN einen Verwandten von MARKUS SCHÖNHOLZER, der übrigens an Konzerten die Architektur seiner Stücke an einem Diaprojektor erläutert. Auf «The Circus McGurkus» vertont Literaturfan SCHÖNHOLZER Texte von PHILIP LARKIN (1922-80), STEVIE SMITH (1902-71), WENDY COPE (*1945), und ROGER McGOUGH (*1937). MARKUS SCHÖNHOLZER hat vier Texte selbst geschrieben (wie das umwerfende «The Asshole’s Lovesong»), sowie zwei Texte ergänzt.. Das Ensemble gibt auf Anfrage in unregelmässigen Abständen Auftritte, alle Mitglieder sind musikalisch noch in anderen Projekten engagiert. Unsichtbares sechstes Mitglied des Zirkus ist Art Director THOMAS RHYNER, der das Booklet zusammen mit der Hauptfigur in unnachahmlicher Manier inszeniert hat. Der Illustrator und Sänger PETER BLEGVAD (Slapp Happy) hätte bestimmt seine Freude daran. Veit  
   
COLLEGUES PASHA, LES > Les Collègues Pasha (03)  
Bereits der Name entlockt uns ein Schmunzeln, und damit sind wir voll auf der richtigen Fährte. Das flinke Westschweizer Duo mit PIERRE OMER (Akkordeon etc) & DENIS SCHULER (Marimba, Perc etc), beide auch bei der bekannten Begräbniskapelle DEAD BROTHERS beschäftigt, entführt uns in eine Welt voll wunderbar verschrobener Melodien. In der Tradition von PASCAL COMELADE, LÖDIG, YANN TIERSEN, ENSEMBLE RAYE, BEN JEGER oder KAPELLE WLODEK. Die 18 Tracks wirken locker und entspannt, es wird keine übertriebene Perfektion angestrebt, wir hören (im wahrsten Sinne des Wortes) ungeschliffene Rohdiamanten! Höhepunkte sind das melancholische, zweiteilige «Désuétude» (Track 3 + 13), die drei Stücke mit dem Berner Original REESLI BURRI an der «Singenen Säge», «Désuétude Swing», sozusagen eine Grussbotschaft an DJANGO REINHARDT zum 50. Todestag – sowie das Finale «Minor Rumba» mit dem amerikanischen Gitarristen BOB DRAKE, bei dem das Album in Frankreich auch abgemischt wurde. Veit  
COMELADE, PASCAL > Détail Monocrome / Bel Canto (84+86/02)  
Hier endlich als Direkt-Import aus Spanien (das G3 Label des COMELADE-Mitmusikers GAT): die ersten zwei damals auf LP veröffentlichten Alben COMELADE’s von 1984 + 86, unbedingt anhören. Damals noch die Minimal Music-Wurzeln deutlich spürbar, aber verspielt & liebevoll & charmant wie immer! Feat. DAVID CUNNINGHAM, JAC BERROCAL, CATHY CLARET, PIERRE BASTIEN, DDAA. Inkl. Coverversionen von WYATT, ROTA, VELASQUEZ, YARDBIRDS u.a. Veit  
COMELADE, PASCAL > Cent Regards (89/01)  
Wer die vergriffene CD «33 Bars»(90) von COMELADE besitzt, kennt das Material bereits. Alle anderen: bitte zugreifen!. «Cent Regards» erschien damals nur in Spanien auf LP, jetzt im selben Land auf CD mit 4 Bonustracks. Feat. PIERRE BASTIEN, CATHY CLARET etc. Inkl. «Egyptian Reggae » (JONATHAN RICHMAN), «Café Mozart» (ANTON KARAS), «Stand By Me» (LEIBER/STOLLER), «Proud Mary» (JIM FOGERTY), «Moulin Rouge» (TIM BUCKLEY), «Bella Ciao» (Trad.) u.a. Veit  
COMELADE, PASCAL & PJ HARVEY > L’Argot Du Bruit (98)  
Unserem heiss geliebten PASCAL COMELADE ist mit «LíArgo Du Bruit» ein Riesenschritt in Richtung Popularität geglückt! Dem eigenwilligen Franzosen ist es gelungen, für zwei phänomenale Tracks die nicht minder geschätzte Sängerin P.J.HARVEY zu gewinnen. «Love Too Soon», das Titelstück zum kommenden Film «The Book Of Life» von HAL HARTLEY, sowie das ebenfalls im Duo komponierte «Green Eyes». PJ HARVEY hat uns schon zahlreiche ergreifende Songs abgeliefert, die total unter die Haut gehen: die Schönheit von «Love Too Soon» aber ist kaum zu übertreffen... Weiter verwöhnt uns COMELADE mit einer FAUST-Coverversion «The Sad Skinhead» (1973), unter Beteiligung des Urhebers JEAN-HERVE PERON, mit einer Homage an die französische Uebersetzung des BOB DYLAN-Songs «Tarantula» des Poeten & Musikers DASHIELL HEDAYAT von 1972 - und überrascht mit neu beteiligten Musiker/innen wie dem katalanischen Gitarristen TOTI SOLER oder der Akkordeonistin FIFI DEBON. Diese Scheibe ist ein musikalischer Leckerbissen, allein der Klang der Instrumente (Melodica, Mandoline, Trompete, Triangel, Plastik-Gitarre & -Saxophon, Tuba, Klarinette, Kontrabass, Orgel, Klaviere, Oud, Cello etc.) bringt uns in den Zustand der Verzückung. Abgerundet wird das Werk durch eine mit Kennerblick ausgewählte Zeichnung des Bruitisten GASTON CHAISSAC (1910-64). Veit
 
COMELADE, PASCAL & ROBERT WYATT > September Song (00)  
Delikates Mini-Album unseres französischen Freundes PASCAL COMELADE, der für den wunderbaren Titeltrack endlich sein Idol ROBERT WYATT ans Mikrophon geholt hat. Selten wurde der alte KURT WEILL-Klassiker so stimmig intoniert. Weiter geht’s mit instrumentalen Coverversionen von ROBERT WYATT bzw. MATCHING MOLE 1972 ("Signed Curtain"), TONY DALLARA ("Come Prima"), FATS DOMINO ("Sheik Of Araby"), ADRIANO CELENTANO ("24 Mila Baci"), BOB DYLAN ("Knockin‘ On Heavens Door") und TOTO CUTOGNO ("L’Italiano"). Gassenhauer & Schmachtfetzen. Die ideale Ergänzung zu JOSEPH RACAILLE’s aktueller CD-Trilogie! Veit
 
CONSTRUCTION SONOR > Construction Sonor (04)  
Schweizer Elektronik-Klangreise feat. BORIS BLANK (Yello), BALDUIN, MONOLAKE, BERND SCHURER, LUIGI ARCHETTI, ERIK M, GÜNTER MÜLLER & TOMAS KORBER, FENNESZ, SEELENLUFT u.a.
Eine elektronische Klangreise unter die Alpen. Grundlage dieses Konzeptalbums sind "Field Recordings" auf CD 1, die der Zürcher Elektroniker BERND SCHURER an den Tunnelbaustellen am Gotthard und Lötschberg gemacht hat. Sein Material ist die Grundlage für die 13 Tracks (CD 2) namhafter und weniger bekannter Musiker verschiedenster Genres. Veit 
 
CHALHOUB, CLAUDE (01)  
‘Wird vermutlich das anspruchvollste und facettenreichste World-Album des Jahres bleiben! Der libanesische, klassisch ausgebildete Violinist CLAUDE CHALHOUB verschmilzt arabische, westliche und indische Kunstmusik zu einer, in hohem Grad grazilen, zauberhaft melancholischen Weltmusik, dezent untermalt von der magischen Infinit-Guitar, des produzierenden MICHAEL BROOK. Im Zuge knapp gezügelter Leidenschaft kommt sogar SATIEs “Gnossienne” zum Einsatz! Wahrlich ein Hochgenuss! Mit weiter: DARYL JOHNSON am Bass, einem Streicher-Oktet geleitet von DAVID LOW und einer Schar indischer und arabischer Musiker u.a. dem Bruder des verstorbenen FATEH KHAN, FORROUKH ALI. Subtil abgemixt von TSCHAD BLAKE. zoa
 
COODER, RY & MANUEL GALBAN > Mambo Sinuendo (03)  
Skeptisch schauen wir RY COODER auf die Finger und wittern jedesmal «Ausverkauf»! Aber in diese Falle tappt er auch diesmal nicht, im Gegenteil, stlistisch kommt er dem ersten Album von MARC RIBOT mit den falschen Kubanern sehr nahe, denn es werden auch hier munter Tracks von ARSENIO RODRIGUEZ, PEREZ PRADO & ERNESTO LEGUANO gecovert. Das Album ist souverän & entspannt, auch schräg inspiriert, mit gesundem Easy Listening-Touch. Eine Koproduktion von ‘World Circuit’ mit ‘Nonesuch/Warner’. Feat. MANUEL GALBAN (g), Sohn JOACHAIM COODER (dr), ORLANDO CACHAITO LOPEZ (b), JIM KELTNER (dr), HERB ALPERT (tp), JULIETTE & CARLA COMMAGERE (voc), MIGUEL DIAZ (congas) u.a. Veit   
CURSCHELLAS, CORIN > Sud Des Alpes (02)
Ein sehr schönes World-Album ist CORIN CURSCHELLAS mit “Sud Des Alpes” gelungen, mit fünf versierten Musikern aus der Schweiz und Senegal. Die weitflächigen Songstrukturen geben der weit herumgereisten Sängerin Raum, um ihre nomadische Vokalkunst in ungeahnte Höhen anzuheben. Der Bündner Dialekt korrespondiert wunderbar mit den afrikanischen Rhythmen sowie den eingeworfenen Wolof-Worten des Perkussionisten ABDOU SAMB. “Sud Des Alpes” ist eines dieser kostbaren Herzöffner-Alben, die im richtigen Moment gehört, gleichzeitig antreiben und Trost spenden. In der bittersüssen Ballade “Langschtross” trifft Corin genau den richtigen Ton, der verdächtig nach einem heimlichen Zürcher Klassiker klingt. Veit
CRUMB, ROBERT > Hot Women (1927-50/03)
Diesmal hat das KEIN & ABER-Label in Zürich erfolgreich den Haken nach ROBERT CRUMB ausgeworfen. «Women Singers From The Torrid Regions Of The World»-Taken From Old 78 RPM Records. Wunderbar kommentiert & illustriert von ROBERT CRUMB. Rare historische Ethnoaufnahmen aus seinem Archiv der Jahre 1927-50. Schon jetzt ein heimlicher Bestseller. Veit