die andere Musik

   
Werte Kundschaft! Liebe Leute!
Zürich, 6. April 2006

Die 132 Neuheiten vom Monat März 2006 liegen als PDF bei, können aber auch unter www.recrec-shop.ch betrachtet werden! Bestellungen wie immer direkt per Antwortmail, via Website oder direkt im Laden möglich!

1) Neulich im El Lokal: letzten Sonntag 2. April 06 bei JOHNNY DOWD und seinem Funken sprühenden Trio, Keyboarder MICHAEL STARK entpuppte sich an Orgel & cheapem Synthesizer als coole Mischung aus Jimmy Smith & Jackie Mittoo, Drummer BRIAN WILSON glich äusserlich nicht nur auf geniale Weise meinem Basler Vetter Nils, sondern spielte den Bass gleichzeitig per Fusspedal. Der ehrenhaft ergraute x-Möbelschlepper & Gitarrist JOHNNY DOWD überzeugte mit einem spöttischen Grinsen auf dem Gesicht, welches man unbedingt unter Heimatschutz stellen sollte - und seine Stimme klang abwechselnd wie ein TOM WAITS in Hochform, bzw. wie zwei LOU REED in einem farbigen Comix-Strip. Die halbe Zürcher Mekons-Fanfraktion bildete die würdevolle Kulisse zu diesem unvergesslichen Spektakel, Tonmann Stevie mischte hervorragend & Gastgeber Viktor Bänziger brillierte mit seinem NIKKI SUDDEN (1956-2006)-Memorial T-Shirt! Das neuste Album "Cruel Worlds" (32.- Fr) entspricht genau soeben beschriebener Szenerie!

2) Gerne hätte ich am 1. April im ausverkauften Helsinkiklub das Konzert der jungen Zürcherin ANNA erlebt, die uns mit ihrem starken RAP-Album "Still Young" (48 Minuten für 20.- Fr) überzeugt. Jedoch, wir hatten bereits seit Wochen mit meinem "favourite gay couple" abgemacht, um zum zweiten mal die köstliche Vorstellung von IRMGARD KNEF http://www.irmgard-knef.de/ im Hechtplatz Theater zu erleben, die mit ihrem dritten Programm herkam. Der 40-jährige Ulrich Michael Heissig aus Berlin verkleidet sich gekonnt als imaginäre 80jährige Schwester von Hildegard Knef und verblüfft mit umwerfenden deutschen Chansons & tiefsinnigen (Alters-)Lebensweisheiten. Es lauert bereits die nächste Gelegenheit, an einem lauschigen Ort, vom FR 26.- bis SO 28. Mai 2006 im http://www.theater-ticino.ch/ in Wädenswil ZH...

3) Der umtriebigste Zürcher Röschtigraben-Umschaufler heisst ULRICH SCHUWEY und organisiert im Theater Stok zusammen mit Pierre Robyr unter dem Namen PadamPadam regelmässig die tollsten Abende mit französischem Chanson. Dass er auch ein begnadeter Akkordeon- & Tuba-Liebhaber ist, beweist er über Ostern im http://www.theater-ticino.ch/ in Wädenswil ZH mit dem dreitägigen "Festival Pâqu'son": OTTO LECHNER & MANO METHIVIER (13.4 ausverkauft, Zusatzvorstellung 14. April 06 um 14 Uhr), SHIRLEY ANN HOFMANN "Euphoria" (14.4) und das franz. Trio FREE BIDOU (15.4 = Power World Musette aus Paris)...

4) Ein schönes "Midlife-Crisis"-Album hat die neue Besetzung von STILLER HAS mit "Geisterbahn" (32.- Fr) kreiert, ein geheimnisvoll maänderndes Uebergangsalbum mit sich langsam heranschleichenden Pointen. Gerne hätte ich noch ein paar fetzige Uptempo-Nummern gehört, aber es ist eine Freude, die Gruppe wieder einmal in der vollen Aktionshalle der Roten Fabrik am Ostersamstag 15. April um 20h30 geniessen zu dürfen.

5) Es ist mir eine grosse Freude mitzuteilen, dass der REC REC Shop im Mai 2006 wieder einmal an der Organisation von zwei exklusiven Konzerten mitbeteiligt ist, und zwar als finanzieller Sponsor! Bitte streicht Euch den 17. Mai 2006 (ALEC K. REDFEARN) + 24. Mai 2006 (ANNETTE PEACOCK) dick in der Agenda an! Reservationen sind über den REC REC Laden möglich, die Karten liegen dann an der Abendkasse für Euch bereit...

6) Zuerst zu ALEC K. REDFEARN & THE EYESORES am Mittwoch 17. Mai 06 um 20h30
im Kraftfeld Winterthur, Sulzer Areal. Eintritt 24.- Fr www.kraftfeld.ch Der Veranstalter schreibt:
"Mit herrlichem Instrumentarium (unter anderem Akkordeon und Streichern) erschaffen Alec K. Redfearn & The Eyesores eigenwillige Musik mit Einflüssen aus psychedelischem Folk, Oldtime-Country, Prog-Rock, Chanson, Jazz, Klassik, Gipsy, Kabarett und geheimnisvoller Zirkusmusik."
Alec K Redfearn (Accordion, Jawharp, Vocals & Loops)
Matt McLaren (Drums)
Ann Schattle (French Horn)
Domenic Panzarella (Electric Guitar)
Kaethe Hostetter (Viola & Violin)
www.aleckredfearn.com

Bitte schaut Euch nur einmal die Instrumente dieser Besetzung an! Drei Männer & zwei Frauen eines ansonsten noch viel grösseren amerikanischen Ensembles kommen auf eine mit 15 Daten versehenen Europa-Tournee. Es wird eines dieser verrückten Konzerte geben, die lang in Erinnerung bleiben werden, so ähnlich wie die erste Begegnung mit AKSAK MABOUL, DEBILE MENTHOL, ACCORDION TRIBE oder TARAF DE HAIDUKS. Neber der melodisch überschäumenden Komponente gibt es aber auch die kraftvolle & virtuose Seite dieser Musik, und wenn ich das Bandfoto anschaue wird klar, da kommt auch der Humor nicht zu kurz! Bitte auf keinen Fall verpassen, günstiger könnt ihr eure Batterien nirgendwo sonst aufladen! Weiter unten im Mail steht, was die New Yorker "Village Voice" dazu meint, sowie eine Auflistung der illustren Einflüsse der famosen Band!

7) Zweitens zu ANNETTE PEACOCK, am Mittwoch, 24. Mai 2006, 21 h Rote Fabrik,
Zürich, Eintritt 35.- / 30.- Fr (Legi, AHV) Annette Peacock, voice/p/synth, eine Koproduktion Fabrikjazz und RecRec Laden
www.annettepeacock.com oder www.imtheone.net

Ein Traum wird wahr! Die 60-jährige Schönheit ANNETTE PEACOCK kommt zum ersten mal für einen exklusiven Soloauftritt nach Zürich in die Rote Fabrik. Dank der herzhaften Initiative von Fredi Bosshard (Fabrik Jazz) wurde dieser Auftritt ermöglicht, der Flügel noch warm vom TAKTLOS-Festival am Wochenende zuvor vom 19.-21. Mai 2006. In einem seperaten Rundmail Anfang Mai werde ich ausführlich auf den musikalischen Werdegang von ANNETTE PEACOCK eingehen. Die Organisation dieses Konzertes war Zürich der Musikerin "schuldig": im Oktober 2001 wurde sie mit dem CIKADA STRING QUARTET am JazzNoJazz-Festival derart unglücklich programmiert, dass zahlreiche Zuschauer/innen beim Verlassen des Saales die Aufführung erheblich beeinträchtigten. Umso mehr freuen wir uns jetzt auf die Gelegenheit, sie am richtigen Ort im intimen Rahmen zu geniessen, mit dieser einzigartigen "Stimme auf dünnem Eis".

8) JANE BIRKIN "Fictions" (32.-) ist eine erstaunlich unaufdringliche, entspannte Produktion des "Enfant Terrible"-Pianisten GONZALES, der die Sängerin englisch und französisch singen lässt, akurat ausgewählte Coverversionen von NEIL YOUNG ("Harvest Moon"), ARTHUR H ("La Reine Sans Royaume"), KATE BUSH ("Mother Stands For Comfort"), DOMINIQUE A ("Ou Est La Ville"), NEIL HANNON ("Home"), TOM WAITS & KATHLEEN BRENNAN ("Alice"), RUFUS WAINWRIGHT (Waterloo Station"), GONZALEZ ("Living In Limbo") usw. Die kostbar unaugeregte, beinahe lakonische Stimme erinnert angenehm an DAGMAR KRAUSE auf dem letzten SLAPP HAPPY-Opus "Ca Va" (98), sowie an die grandiose SARAH NIXEY vom LUKE HAINES-Projekt BLACK BOX RECORDER!

9) Der aktuelle SERGE GAINSBOURG-Tribut "Monsieur Gainsbourg/Revisited" (CD/2LP je 32.- Fr) brilliert durch eine imposante Besetzungsliste, nicht jedes Stück ist gelungen, aber überzeugt Euch selbst... Unklar ist auch, wozu dieser pseudo-chic der sogenannten "Super Jewel-Box" gut sein soll, denn bekommt die Hülle mal einen Sprung, wer besorgt uns dann Ersatzmaterial? Eddie Barclay? Feat. FRANZ FERDINAND & JANE BIRKIN, CAT POWER, PORTISHEAD, MICHAEL STIPE, TRICKY, MARIANNE FAITHFULL with SLY & ROBBIE, GONZALES & FEIST, MARC ALMOND, KILLS, CARLA BRUNI usw.

10) Soeben ausgepackt: die langerwartete Doppel-CD "First Thought Best Thought" (35.- Fr) von ARTHUR RUSSELL (1951-92), die ausführlich seine Werke im Bereich der Minimal Music von 1975-81 beleuchtet. PHILIP GLASS legt auf dem Sticker ein gutes Wort für ihn ein, im Booklet beschreibt ERNIE BROOKS (ex-MODERN LOVERS) ihre Bekanntschaft. Die Werke "Instrumentals 1 & 2", "Reach One", "Tower Of Meaning" und "Sketch For The Face Of Helen" waren noch nie veröffentlicht oder längst auf Vinyl vergriffen. Herzerwärmende & charismatische musikalische Einode, die damals bestens auf die "Obscure Records"-Serie von BRIAN ENO gepasst hätten. Die beteiligten Musiker aus dem New Yorker Umfeld von LAURIE ANDERSON und TALKING HEADS dürfen uns nicht überraschen: ERNIE BROOKS, RHYS CHATHAM, JON GIBSON, PETER GORDON, GARRETT LIST, DAVID VAN TIEGHEM, BETH ANDERSON, PETER ZUMMO u.a.

11) Der Berliner Gitarrist LUTZ ULBRICH (*1953) hat 1981 mit "Reich der Träume" eines der schönsten (deutschen) Lieder NICO (1939-88) auf den Leib geschrieben. 1969 startete er mit der Gruppe AGITATION FREE eine spannende & abwechslungsreiche Karriere, die ihn über ASH RA TEMPEL und "Neue Deutsche Welle" schliesslich zum bekannten Banjo-Spieler bei der "Global Village"-Gruppe 17 HIPPIES gebracht hat. Seine soeben veröffentlichten Memoiren "Lüül" (35.- Fr) bestechen durch ein grossartiges Erinnerungsvermögen, zahlreiche offen und humorvoll beschriebene Episoden & Begegnungen mit z.T. weltbekannten Musikern wie JOHN CALE, TIM HARDIN, DAVID BOWIE, KLAUS SCHULZE, CAN oder LOU REED. Kostbar sind die Beschreibungen ausgedehnter Tourneen sowie privat erlebter Ferienreisen, durchzogen von der Fähigkeit zur Selbstironie. "Wir trugen alle sehr dunkle Sonnenbrillen" (S. 275) heisst es da etwa nach einer durchzechten Nacht auf Tour. Das 409 Seiten starke Buch ist gut lesbar in kurze Abschnitte gegliedert und für NICO- oder 17 HIPPIES-Fans sowieso ein Muss. Zum Schluss beschreibt Lüül die gruppendynamischen Prozesse innerhalb einer erfolgreichen Gruppe wie 17 HIPPIES sehr anschaulich. Das Buch hat zurecht keinen Index, damit Zeitgeistsurfer nicht rasch die Seiten mit der "Prominenz" abspulen können. Das Lektorat hingegen hätte für einen renommierten Verlag wie "Schwarzkopf & Schwarzkopf" etwas genauer hinschauen können. Nicht stilistisch, der Stil ist grossartig, aber inhaltlich. So hat Lüül nicht im Mai 1990 zwei Nico Konzerte in Berlin organisiert, sondern 1980. Und LORCA wurde 1936 von Franco's Faschisten erschossen, also gibt es von ihm keinen "Text über James Deans letzte Stunden" (S.206), die 1955 stattgefunden haben. Ansonsten ist das Buch sehr sympathisch, herzerwärmend & empfehlenswert.

12) Was fasziniert am neusten Album "Treeful Of Starling" (32.- Fr) des Kanadiers HAWKSLEY WORKMAN (*1975)? Es ist die Phrasierung seines eleganten Gesangsstils. Er setzt sich genau zwischen JEFF BUCKLEY, RUFUS WAINWRIGHT & 16 HORSEPOWER. Nach einem halben Ausflug zum "Stadionrock" auf dem eher enttäuschenden "Lover/Fighter" (03) hat er nun sein bisher zärtlichstes Album eingespielt, ist erstmals nicht selber auf dem Cover angebildet, muss seinen Narzissmus nicht mehr dauernd raushängen. Grossartig wie er sich mitten in Track 4 vom Mikrofon absetzt und wie durch ein Megaphon einen Sprechgesang intoniert, der an die alte Grösse LEONARD COHEN erinnert. Atemberaubend, wie er wieder mal praktisch alle Instrumente selber eingespielt hat!

Zuletzt noch zwei kurze Nachrufe:
NIKKI SUDDEN (1956-2006) starb unerwartet nach einem Auftritt in New York im Hotelzimmmer. Er folgt seinem Bruder EPIC SOUNDTRACKS (1959-97), die zwei Brüder spielten beide bei den unvergessenen SWELL MAPS, die oft zurecht im selben Atemzug wie THE FALL, SONIC YOUTH, WIRE oder TV PERSONALITIES genannt werden. Im März 2005 sah ich NIKKI SUDDEN noch quicklebendig im EL LOKAL aufspielen, mit dem neuen Album "Treasure Islands" im Gepäck...

ALI FARKA TOURE (1949-2006) aus Mali hat den Aufstieg des Londoner Labels "World Circuit" deutlich geprägt, seit seinem Erfolgsalbum "Talking Timbuktu" (1994) mit RY COODER. Das Label wurde 1988 vom REC REC Vertrieb für die Schweiz unter Vertrag genommen und ist uns seither treu geblieben. Das letzte sehr schöne Album von ALI FARKA TOURE "In The Heart Of The Moon" (mit TOUMANI DIABATE) erschien im Juni 2005...


weitere ausgewählte Konzert-Tipps:
MARC RIBOT, 2. Mai 2006 im Moods/Zürich
ATTWENGER, 3. Mai 2006 im Helsinkiklub/Zürich
LAURIE ANDERSON, 5. Mai 2006, Kunsthaus Aarau (Performance)
YOUNG GODS, 5. Mai 2006 im Moods/Zürich (das "Woodstock"-Programm!)
BETTYE LAVETTE, 9. Mai 2006 im Kaufleuten/Zürich
IGGY & THE STOOGES, 10. Mai 2006 im Hallenstadion/Zürich
BLACK HEART PROCESSION, 16. Mai 2006 Rote Fabrik Ziegel/Zürich
ALEC K.REDFEARN Ensemble, 17. Mai im Kraftfeld/Winterthur
DEAD BROTHERS, 17. Mai 2006 im Mascotte/Zürich
MUDHONEY, 18. Mai 2006, Rote Fabrik/Zürich
VINICIO CAPOSSELA, 20. Mai 2006 im Cinema Teatro/Chiasso TI
ANNETTE PEACOCK, 24. Mai 2006, Rote Fabrik/Zürich

PS: Es ist wieder einmal Zeit für eine Verschnaufpause, deshalb bleibt der Laden nach Ostern zwei Wochen geschlossen. Wer trotzdem "aus Versehen" anrennt, darf sich einen Drink genehmigen & bekommt beim nächsten Einkauf bei Vorweisung der Quittung eine Gutschrift von 5.- Fr auf den nächsten Einkauf :-)
Dafür bleibt am Ostersamstag bis 17 Uhr offen und ihr könnt Euch noch mit
STILLER HAS-Tickets eindecken.

Beste Grüsse: Veit F. Stauffer

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Anhang: Das Zürcher TAKTLOS-Programm 2006, sowie Texte über ANNETTE PEACOCK
+ ALEC K REDFEARN:

Freitag, 19. Mai, 20 h
PETRA RONNER & CLAUDIA RÜEGG CH
PETRA RONNER, p; CLAUDIA RÜEGG, p

WADADA LEO SMITH & GÜNTER SOMMER USA/D
WADADA LEO SMITH, tp; GÜNTER SOMMER, dr

COR FUHLER - CORKESTRA NL/US/AUS
COR FUHLER, p/keyolin/organ/melodica/comp; ANNE LA BERGE, fl/electr; TOBIAS DELIUS, cl/ts; NORA MULDER, cimbalon; WILBERT DE JOODE, b; MICHAEL VATCHER, dr; TONY BUCK, dr

Samstag, 20. Mai, 20 h
NOËL AKCHOTÉ - SONNY II F
NOËL AKCHOTÉ, g

IRÈNE SCHWEIZER & FRANÇOISE KUBLER CH/F
IRÈNE SCHWEIZER, p; FRANCOISE KUBLER, voice

PETER VAN BERGEN - LOOS NL/F
PETER VAN BERGEN, sax/cl/electr; CAMEL ZEKRI, g/oud/electr; PATRICIO WANG, g; GERARD BOUWHUIS, p; JOHAN FABER, dr/perc

Sonntag, 21. Mai, 20 h
AKI TAKASE - PLAYS FATS WALLER JAP/US/D
AKI TAKASE, p/toy-p; EUGENE CHADBOURNE, g/bj/voc; RUDI MAHALL, b-cl; THOMAS HEBERER, tp; PAUL LOVENS, dr

PETER BRÖTZMANN - CHICAGO TENTET D/USA/S/N
PETER BRÖTZMANN, ts/tarogato/cl; JOE McPHEE, tp/ts; JOHANNES BAUER, tb; KEN VANDERMARK, ts/cl; MATS GUSTAFSSON, ts/bs; PER-ÅKE HOLMLANDER, tu; FRED LONBERG-HOLM, cello/viol; KENT KESSLER, b; MICHAEL ZERANG, dr; PAAL NILSSEN-LOVE, dr


Mittwoch, 24. Mai, 21 h
ANNETTE PEACOCK - SOLO US
ANNETTE PEACOCK, voice/p/synth
Koproduktion Fabrikjazz und RecRec Laden Die Songs von Annette Peacock strahlen eine verhaltene Melancholie aus. Songs sind ihre Kompositionen schon immer gewesen und ihre unverwechselbare Stimme ist zu hören, selbst wenn sie nicht singt. Kurz vor Weihnachten erschien auf ihrem Ironic Label die CD «31:31» mit fünf neuen Titeln in limitierter Auflage, nummeriert und signiert. «& so it begins & nobody wins, but hope is the saving grace .», singt sie mit einer Stimme auf dünnem Eis. Erzählt so von vergangenem und zukünftigem Schmerz, von der Liebe und versucht zu verstehen «. what 2 lv is .». Alle Stücke sind von ihr komponiert, sparsam und zurückhaltend arrangiert, gespielt und gesungen, von Gitarre, Bass und Drums begleitet. Songs voller verhaltener Emotionen, einem CD-Titel nachempfunden, die sie vor sechs Jahren mit dem Cikada String Quartet eingespielt hat: «An Acrobat's Heart». Ein Leben in der Schwebe, oft nahe dabei das Gleichgewicht zu verlieren: «i'm living w/ reality holding fast 2 sanity».

Mitte der sechziger Jahre war sie mit Gary Peacock - ihrem damaligen Mann - unterwegs, als dieser in der Gruppe von Albert Ayler spielte. Ihre Komposition «Touching» gab einer LP von Paul Bley den Titel, die 1965 erschien. Kompositionen von Carla Bley und Annette Peacock findet sich immer wieder auf späteren Werken des Pianisten. Eine Reihe von LPs erscheinen zwischen 1972 («I'm the One») und 1988 («Abstract-Contact») unter ihrem Namen, dann folgt eine längere Pause bis «An Acrobat's Heart» aus dem Jahr 2000. 1992 spielt Paul Bley mit Gary Peacok und Franz Koglmann «Annette» ein, eine CD, die ganz ihrer Musik gewidmet ist. Vier Jahre später überrascht die Pianistin Marylin Crispell mit Gary Peacock und Paul Motian und einer Doppel-CD mit Annette Peacocks Kompositionen: «Nothing Ever Was, Anyway». Auf «Dreams (If time weren't)» singt Annette Peacock als Gast. Bei den übrigen Titeln ist sie zu hören, auch wenn sie nicht singt. Trotzdem ist es natürlich schöner, wenn sie singt - mit dieser Stimme auf dünnem Eis.

Fredi Bosshard

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Die VILLAGE VOICE (New York) zu ALEC K. REDFEARN & THE EYESORES:

...a complex mix of psychedelic folk, progrock, old-time country, acidic cabaret, dark circus music, and sinister dream fragments that haunt in recurring motifs; all built around the musical visions of one Alec K. Redfearn. Seasick sea shanties and ghost songs dance and weave in the shadows. Ancient spirits are invoked as avant garde experimentalism blurs the shimmering ritual. Organic human interplay warms these melancholic laments and celebratory exclamations with equal care and grace. From harsh nightmare riddles, to sweetly swooning tranced-out droning somnambulant reveries, or an almost indie-pop brightness, this is all well worth investigating.

Jessica Grose, The village voice

Die illustren Einflüsse laut eigenen Angaben: Nimal, Kurt Weill, Tuxedomoon, Captain Beefheart, kitchen utensils, French Musette Accordion, The Ex and Tom Cora, Leonard Cohen, Black Flag, Townes Van Zandt, Nico, Rota/Fellini, Shostakovich, Bukowski, Burroughs, urban sprawl, bacon frying, Harry Partch, Fred Frith, Psychic TV, cats, Black Sabbath, Serge Gainsbourg, Arnold Dreyblatt, Hans Eisler, World War 2, Pauline Oliveros, Maria Tanase, Ivor Cutler, World War 3, The Swans, Darkthrone, Die Kreuzen, Etron Fou Leloublan, Os Mutantes, Television, television, Eno, John Lurie, Contortions, Nicotina, Tom Waits, Moondog, Velvet Underground, Gyorgi Ligeti, Ivo Papasov, Saccharine Trust, David Lynch, Job, Revelations, Daniel, Werner Herzog, Popul Vuh, Pascal Comelade, Law and Order, CSI, Steven Jesse Bernstein, Fred Lane, Fluxus, Dada, Expressionism, 1920s, pornography, bad ideas, spirituality, nihilism, hepatitis, drug addiction, death