die andere Musik

   
Liebe Leute! Hi Folks!
Zürich, 22. Aug. 2006

Die aktuellen 220 News der Monate Juni/Juli 2006 sind auf der Website http://www.recrec-shop.ch/ aufgeschaltet und liegen auch als PDF diesem Rundmail bei.

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SYD BARRETT. Eine legendäre Gründerfigur der psychedelischen Rock-Bewegung hat "zur ewigen Ruhe" gefunden. Anlass zu einem kleinen Rückblick. Sein Beitrag zum ersten PINK FLOYD-Album "The Piper At The Gates Of Dawn" (1967) bleibt epochal, ergänzend dazu finden wir wichtige andere BARRET-Tracks auf der Compilation "Relics". Seine beiden Soloalben fand ich nur ansatzweise geglückt, z.B. im Vergleich mit dem Seelenverwandten Daevid Allen, Gitarrist bei Soft Machine und Gong. Es fehlen im Rückblick geniale Killer-Riffs wie "Arnold Layne" oder "Interstellar Overdrive". Der Barrett-Mythos wurde durch seine grössten Fans meiner Meinung nach stark überhöht. Vor zwei Jahren bei einem Abendessen war ich mit Journalist Jean-Martin Büttner einig, dass die ungesunde psychische Entwicklung von Syd Barret von zahlreichen Fans verharmlost und romantisch verklärt wurde. Labile Personen schluckten zuhauf zuviel LSD, das konnte nicht gut gehen. Nick Drake strauchelte vermutlich bereits über Cannabis. Die schönste Anekdote dazu erzählte kürzlich John Martyn in einem Interview. Nick Drake verliebte sich in Francoise Hardy, fuhr nach Paris, blickte drei Tage zum Appartement der Angebeteten hoch und reiste unverrichteter Dinge wieder ab. Item. Pink Floyd hat die letzten drei Generationen massiv beeinflusst, mit ganz unterschiedlichem Resultat. Meine Hauptnahrung war "Atom Heart Mother" (70) sowie der phantastische Open Air-Auftritt "Live At Pompey" (72) ohne Publikum, dann zum Abschluss "Wish You Were Here" (75). "Dark Side..." (73) fand ich bereits nach einem Jahr erstaunlich blass und pompös, ab "Animals" (77) habe ich Pink Floyd abgelehnt. Alles subjektiv, denn ein jüngerer Freund mit erlesenem Geschmack nennt "The Wall" (80) und "Final Cut" (83) noch heute Schlüsselwerke seiner musikalischen Biographie. Wie Syd Barrett wohl 2006 geklungen hätte? Ganz einfach: nimm das aktuelle Comeback-Album "My Dark Places" von TV PERSONALITIES. 1980 hatte Leader Daniel Treacy auf einer Punksingle noch pfiffig geträllert "I know where Syd Barrett lives", inzwischen hat sich sein mentaler Zustand dem Idol erschreckend angenähert: desolat und perspektivlos... Von Syd Barrett empfehle ich die "Best Of" (32.- Fr) mit Material von 1968-70. http://www.sydbarrett.net/

MERET BECKER. Fans von Lotte Lenya, Tom Waits & Einstürzende Neubauten aufgepasst! Die deutsche Sängerin & Schauspielerin MERET BECKER kommt für vier Abende mit Band nach Wädenswil, vom 1.-4.September 2006: http://www.theater-ticino.ch

BERGERAUSCH. Schweizer Folklore einmal ganz anders. Die beiden Frauen BETTINA KLOETI (Gesang, Geräusche) & VERA KAPPELER (Klavier, Harmonium & Melodica) haben mit drei Gastmusikern auf dem Album "Erdstern" (32.- Fr) und dem neuen Label "Alpentöne" eine reife Leistung vollbracht. Seit 2002 haben sie verschüttete Schweizer Volkslieder der letzten 600 Jahre ausgegraben und in das Jahr 2006 transportiert. Das kommt leichtfüssig daher, zum Glück vom Jazz nur angehaucht, erfrischend dissonant, im besten Sinne burschikos, speziell der eigenwillige Gesang von Bettina Klöti. Selbst die traurigen Balladen wie "Sapunerstäg" und "Wintergesang" werden absolut unpathetisch inszeniert. Adolf Wölfli wird gleich dreimal vertont und im Booklet äusserst eindrucksvoll gelobt: "Für uns steht Wölfli für die Aussenseiter, ohne die ein Volk nicht komplett ist". PS. Einziger Abstrich: das Frontcover "isch für d'Füchs"! Es ist mir absolut schleierhaft, wie 23 Jahre nach der zwangsweisen Einführung des kleinen CD-Formats selbst renommierte Grafikbuden nur knapp lesbare Geröllhalden fabrizieren, die bloss auf zehn Zentimeter funktionieren. Jedes der sieben prächtigen Farbfotos im Booklet hätte ein besseres Frontcover abgegeben! Man reiche mir den Schwamm!

CARLA BOZULICH. Ein atemberaubendes, wie eine "reinigende Messe" berauschendes Meisterwerk erklingt auf "Evangelista" (32.- Fr) von CARLA BOZULICH. Schon während ihren Tagen bei der Band Geraldine Fibbers wurde ihre Stimme zurecht mit Patti Smith verglichen, ihr neues Album beginnt mit einer Remineszenz an "Wave", dem letzten eindringlichen Stück auf dem gleichnamigen Album von 1979, acht Jahre später kongenial eingesetzt im bedrückenden Zürcher Bewegungs-Dokfilm "Dani Michi Renato & Max" von Richard Dindo. Ein stimmungsvoller Einstieg in "Evangelista", denkt der Hörer: zu unserem zunehmendem Erstaunen zieht sich diese schwebend mystische Stimmung durch das ganze Album, ohne jemals wirklich durchzuhängen. Ein modernes Kammermusikwerk, auszuhalten nur in entschlossenen Lebenssituationen, dann aber radikal alle anderen Klänge ausschliessend, als schiere Banalität entblössend. "Starsailor" von Tim Buckley, "Tilt" von Scott Walker oder "Odyshape" von Raincoats kommt in diese Nähe. "Evangelista" geht auch in die Richtung von Diamanda Galas, ist aber einiges zugänglicher und weniger aggressiv... Sehr stark, Carla! http://www.carlabozulich.com/

T BONE BURNETT. Das beste T BONE BURNETT-Album heisst "True False Identity" (32.- Fr) und enthält bissige Kommentare zur aktuellen politischen Lage in Amerika, bei Songtiteln wie "Fear Country", "Palestine Texas" und "Zombieland". BURNETT debutierte 1975 in der Tourband von Bob Dylan, reifte über die Jahre zum hervorragenden Produzenten, zuletzt war er für die Musik verantwortlich beim Johnny Cash-Streifen "Walk The Line". Er verfügt über keine besonders erwähnenswerte Stimme, aber sie passt absolut zu den sarkastischen wie entspannten Texten & Arrangements. Für Fans von Los Lobos, Latin Playboys oder Marc Ribot ein musikalisch ausserordentlicher Genuss, eine sorgfältige und facettenreiche Produktion, insbesondere was die perkussiven Rhythmen betrifft! Neber seiner Frau Sam Philipps hören wir Marc Ribot, Jim Keltner, Carla Azar, Dennis Crouch etc. http://www.tboneburnett.com/

JOHN CALE. Sein sagenumwobenes zweites Songalbum "Paris 1919" (32.- Fr) ist seit kurzem Remastered mit elf Bonustracks und ausführlichem Booklet neu aufgelegt, mit 7 coolen Fotos des damals 30jährigen ex-Velvet Underground Keyboarders. Ein wunderschönes Schlüsselalbum der 70er Jahre, abgründige Texte wurden gekonnt in romantisch raffinierte Streicher-Arrangements gekleidet, mit tadellosem Beistand von LITTLE FEAT: Lowell George (g), Richie Hayward (dr) sowie Jazz Crusaders-Bassist Wilton Felder. Besonders erwähnensert sind diesmal die zahlreichen Bonustracks, in die man sich tagelang vertiefen möchte. Neben dem bisher unbekannten Outtake "Burned Out Affair" gibt es Alternate Versions, Rehearsals sowie Different Mixes zu hören mit höchstem Gewinn, speziell der La Monte Young-inspirierte Drone-Mix von "Hanky Panky Nohow" und der String- sowie Piano-Mix von "Paris 1919". http://www.john-cale.com/

JOHNNY CASH. Es wurde zuweilen behauptet, die nachträglichen Instrumentalbearbeitungen des abschliessenden "American 5"-Albums (32.- Fr) seien zuwenig authentisch oder musikalisch überfrachtet. Das Gegenteil ist der Fall. Ich habe den Eindruck, die Musiker um Rick Rubin sind durch die Abwesenheit von JOHNNY CASH noch über sich selbst hinausgewachsen und haben eine würdevolle und sprituelle Intimität erreicht, die mich beim zeitgleich erschienenen aktuellen Wovenhand-Album des 16 Horsepower-Sängers deutlich langweilt. Lebenserfahrung kann auch bedeuten, sich zunehmend für die Todesumstände der frühzeitig verstorbenen Freunde sowie älter werdenen Idolen zu interessieren. Johnny Cash bleibt souverän als grosser Gentleman in Erinnerung. Er liess selbst beim Sterben seiner Frau June den Vortritt und besingt sie auf diesem Album in den schönsten Farben ("Like The 309", "Rose Of My Heart"). Dasselbe haben ihm hier seine Musiker gewidmet, zwei Jahre nachdem er bloss die Gesangsspur hinterlassen hatte. http://www.johnnycash.com

PS. Der Film "Walk The Line" beinhaltet grossartige schauspielerische wie gesangliche Leistungen der beiden Hauptdarsteller. Den Plot hingegen halte ich für Hollywood-Schmierentheater, holzschnittartige Vereinfachung von komplexen Lebensabschnitten. Die Memoiren von Johnny Cash haben mir diesbezüglich ganz andere Geschichten erzählt.

DEAD BROTHERS. Die DEAD BROTHERS gaben zur Eröffnung der zweiten Saisonhälfte am 2. August 06 hier im REC REC-Laden vor 25 Leuten ein tolles Konzert! Spontan erst um 2 Uhr morgens nach ihrem Doppelkonzert mit Attwenger in der Roten Fabrik beschlossen, blieb mir am Morgen bloss vier Stunden Zeit, per Rundmail das Konzert um 13 Uhr anzukündigen! Der akustische Set mit Akkordeon, Banjo, Perkussion, Tuba & Klarinette der fünf Musiker hat die vier Wände des Shops für die nächsten 10 Jahre tüchtig mit "Real Music" aufgeladen. Besonders schön: der auch von den Residents gecoverte Hank Williams-Klassiker "Ramblin Man". Danke Dead Brothers! http://www.voodoorhythm.com

GOLDENE ZITRONEN. Die wunderbar anarchischen GOLDENEN ZITRONEN aus Hamburg haben ein neues Album: "Lenin" (LP/CD: 24.-/32.-) und setzen einen erfrischenden Gegenpol zur "neuen Innerlichkeit" bei zahlreichen deutschen Bands. Es ist immer wieder erheiternd und aufbauend, durch das textliche Towuhabohu des Sängers Schorsch Kamerun abgeduscht zu werden. Gerüchtehalber bald für zwei Konzerte in der Schweiz, siehe http://www.die-goldenen-zitronen.de/

JOAN AS POLICE WOMAN. Neun Jahre nach dem tragischen Tod ihres Lebensgefährten Jeff Buckley hat die grossartige 36-jährige Musikerin JOAN WASSER mit "Real Life" (32.- Fr) endlich auch ein eigenes Songalbum gewagt. Als Geigerin, Gitarristin & Keyboarderin entdeckte man sie bereits bei Lou Reed, Sheryl Crow, Antony, Elysian Fields, Joseph Arthur und vor allem in der aktuellen Tourband von Rufus Wainwright. Mit der Bassistin Rainy Orteca & dem Drummer Ben Perowsky bildet sie das Trio mit dem abstrusen Namen JOAN AS POLICE WOMAN (weil Joan eine Weile sehr blond gefärbte Haare hatte, stellten Freunde eine Aehnlichkeit mit der Schauspielerin Angie Dickinson aus der Serie "Police Women" fest:-). Nicht nur Drummer Ben Perowsky, auch Gastmusiker wie Doug Wieselman, Steven Bernstein & Briggan Kraus entstammen der New York Downtown-Szene. Joan Wasser besitzt wie Patti Smith oder PJ Harvey eine "unkonventionelle Schönheit", die auf jedem Foto wieder eine andere Identität anzunehmen scheint. Ihr Album ist sehr berührend: zarte und sparsam instrumentierte Songs liegen in der androgynen Tradition von Coco Rosie, Cat Power, Antony & Joseph Arthur (letztere zwei sind auch mit Backing Vocals vertreten), entwickeln aber trotzdem einen unwiderstehlichen Drive. Am 14. November 06 ist in der Genfer L'Usine der bisher einzige CH-Auftritt angekündigt. Wir werden in den nächsten Jahren bestimmt noch viel von Joan hören... http://www.joanaspolicewoman.com/

LAMBCHOP. "Die leiseste Bigband der Welt" lässt uns auf "Damaged" (32.- Fr ) wieder einmal über 48 Minuten in einem unvergesslichen Schaumbad ruhen, wir werden erst herausgezogen, bis sämtliche Flausen & Floskeln uns abhanden gekommen sind, was eine höchst mirakulöse Erfahrung darstellt! Die Band um Kurt Wagner zelebriert Zeitlupen-Country in perfekter Vollendung, am 23. November 06 auch in der Roten Fabrik. PS. Limited Edition Digipak mit Bonus-CD & LP momentan ebenso an Lager! http://www.lambchop.net/

ARTHUR LEE 1945-2006. Dank meinem Basler Freund Gabriel Stetter hatte ich am 8. März 2004 in Colmar/France Gelegenheit, im kleinsten Club ("Le Grillen") der ganzen Tour vor ca. 250 Leuten die Westcoast-Legende ARTHUR LEE zu bestaunen. Das Konzert war sensationell, die junge Band spielte in schwindelerregender Hochform die alten LOVE-Klassiker für den Frontman Arthur Lee, der selbstbewusst mit Kopftuch, Sonnenbrille & Hut auf die Bühne trat. Es war für mich eine grosse, späte Entdeckung einer wichtigen Figur der Westcoast-Szene um das Elektra-Label, im Dunstkreis von Jimi Hendrix, Tim Buckley & Jim Morrison, die ich als Spätgeborener nie im Konzert erleben konnte. Es war auch eine philosophische Lektion betreffend "Vorurteil": selbst standhafte Prinzipien, "allen Klischees" im Leben aus dem Weg zu gehen, können zur Falle werden. Einer Punkband namens "Hate" wäre ich vermutlich auch ausgewichen, deshalb musste die mehrheitlich schwarze Hippieband "Love" 35 Jahre warten, von mir entdeckt und erkannt zu werden. Die besten Dinge im Leben spart man sich eben mitunter für spätere Zeiten auf.... http://www.lovewitharthurlee.com/

HEINER SPIESS. Dass der 58-jährige Verleger HEINER SPIESS keine vier Monate nach seiner Schwester Aneth überraschend an Herzversagen gestorben ist, will mir nicht in den Kopf. Als ich den Nachruf für Aneth schrieb, hatten wir mehrmals telefoniert und gemailt. Er hat seine Dankbarkeit damit gezeigt, dass ich einen neuen Kunden gewann. Seine sympathische und sprachgewandte Wesensart bleibt mir angenehm in Erinnerung. Vor zwölf Jahren hatten wir bereits ein spannendes Gespräch, nachdem ich den von von ihm publizierten surrealen Schweizer Schriftsteller Maurice Sandoz entdeckt hatte... Danke Heiner & Lebe Wohl!

SWISS PUNK. Diesen Herbst erscheint unter der Regie des vitalen Ostschweizer Altpunks LURKER ein tolles Buch über die Geschichte des Schweizer Punk 1975-80, wofür ich auch einige Dokumente aus meinem Archiv heraussuchen durfte. Mehr Infos darüber demnächst oder unter http://www.swisspunk.ch/

THIS HEAT. Nachdem ihre zwei Studioalben "This Heat" (79) und "Deceit" (81) zurecht auf Ebay regelmässig rund 100.- Dollar einbrachten, gibt es nun endlich das Gesamtwerk "Out Of Cold Storage" (108.- Fr) als 6 CD-Box mit Booklet. Das Trio aus London vermischte mit präzisem Handwerk Avantgarde-Rock mit Punk und Noise-Musik, und hat die experimentelle Electronica-Szene der letzten 15 Jahre (Aphex Twin, Autechre z.B.) sehr stark inspiriert. 1982 organisierte Rec Rec Zürich ein unvergessliches Gastspiel von THIS HEAT in der Roten Fabrik. Charley Hayward, Charles Bullen & Gareth Williams.

TON STEINE SCHERBEN. Am 26. August 1996 ist RIO REISER gestorben. Der REC REC Laden führt sein Sortiment mit und ohne TON STEINE SCHERBEN seit 1979 sozusagen lückenlos. Demnächst erscheint als editorische Meisterleistung eine limitierte 13 CD-Box von TON STEINE SCHERBEN, das Gesamtwerk: davon 9 Original plus 4 neue CD, 80 S. Buch, 10 Plakate u.v.m. Preis ca. 210.- Fr, genauere Angaben per Anfrage. http://www.rioreiser.de/

ALI FARKA TOURE. Ein sehr schönes & inspiriertes letztes Album "Savane" (32.- Fr) hinterlässt uns ALI FARKA TOURE aus Mali, wenige Wochen vor seinem Krebstod vollendet... http://www.worldcircuit.co.uk/#Home

TV ON THE RADIO. Bestimmt ein spannender Konzertabend gibt es am Mittwoch, 30. August 2006 in der Roten Fabrik mit TV ON THE RADIO, zwischen Wien und Mailand spielt die Band, die soeben ihr zweites Album "Return To Cookie Mountain" (32.- Fr) eingespielt hat, wieder auf dem neu entfachten 4AD-Label, welches im 2006 bereits ein brilliantes Debut von CELEBRATION sowie den neusten Opus von SCOTT WALKER veröffentlichte. Laut dem dt. Rolling Stone vereint die gemischtrassige Gruppe "klassischen amerikanischen Indie-Rock mit Soul, Jazz und Doo-Wop". Nahrhafte Sounds, die mich von der radikalen & apokalyptischen Atmosphäre auch durchaus an die legendären This Heat mit "Deceit" (1982) erinnern.

TOWNES VAN ZANDT. Selber noch nicht gesehen, da die mir zugeschickte Promo-DVD streikte. Aber der Dokumentarfilm "Be Here To Love Me" über den legendären Songwriter TOWNES VAN ZANDT (1944-97) ist bestimmt absolut sehenswert und inspirierend, ich habe mich hier im Laden auch wieder mit einer guten CD-Auswahl eingedeckt. http://www.looknow.ch/ oder http://www.townesvanzandt.com/

STEPHEN YERKEY. Unter besseren Bedingungen hätte "Sefronia" (1973) von Tim Buckley so vibrierend klingen können. 2006 kann kein schlechter Jahrgang sein, in Anbetracht eines Meisterwerks wie "Meta Neo Nature Boy" (32.-) des Kaliforniers und schillernden Feuersalamanders STEPHEN YERKEY, 12 Jahre nach seinem famosen Debut, dem ebenfalls begeisternden "Confidence Man". Er spielte im alten "El Lokal" von Viktor Bänziger, durfte dort kurzfristig mehrere Tage spielen, weil ihm in Italien ein paar Gigs gestrichen wurde, Stephen erinnert sich kürzlich beim Telephon-Interview mit HP Künzler noch heute daran. Beim britischen Moloko-Label "Echo" gibt es einen Yerkey-Fan, der ihm für dieses Comeback-Album einen Vertrag anbietet. Der legendäre Produzent & Keyboarder ERIC DREW FELDMAN (Captain Beefheart, Snakefinger, Pere Ubu, PJ Harvey, Deus, Katell Keineg, Frank Black etc.) fabriziert die schönsten & bizarrsten Arrangements, YERKEY präsentiert sich als schillernde wie überaus sympathische Sänger-Persönlichkeit, der vom Kaliber eines Tim Buckley, Tom Waits, David Thomas, David Sylvian, Andi Czech oder Johnny Cash daherkommt. Feat. Ralph Carney, Will Bernard, Joe Gore, Colleen Browne, Ben Goldberg etc. Die Genialität dieses Albums ist nicht unbedingt beim ersten Durchgang erkennbar, die zahlreichen Raffinessen öffnen sich vermutlich erst nach mehreren Tagen. "Mood Swing Era" klingt berauschend schön wie "Misty Roses" von Tim Hardin, weitere Stücke sprühen vor Lebensfreude, Humor & gesundem Sarkasmus. http://www.stephenyerkey.com/


Ich melde mich wieder gegen den 10. September 2006. Danke & Gruss: Veit F.Stauffer