die andere Musik

   
Geschätztes Publikum, liebe Leute!
Zürich, 20. November 2007


Es ist soweit! Am 5. Dezember 2007 wird nun diese CD im Helsinki Klub in Zürich getauft. Einige der neuen und alten Buckley-Interpretationen werden dabei live von der aktuellen COMEBUCKLEY Formation zu hören sein:

ANDI CZECH: Gesang, Gitarre
MARTIN STURZENEGGER: Gitarre, Chorgesang, Bluesharp
BENI SUTER: Violine

Nicht nur ist dies die Zürcher Premiere von COMEBUCKLEY im Trio (mit Geiger Beni Suter), das dem balladesken Teil der TIM BUCKLEY-Songs neues Leben einhauchen wird - in einem separaten Block erwarten wir das Gastspiel des unverwüstlichen, bereits legendären TRIO FROM HELL, um zusammen mit ANDI CZECH die rockige Seite von Buckley zu zelebrieren! Zufällig exakt 20 Jahre nach der Taufe zum ersten COMEBUCKLEY-Album. Ein denkwürdiger Anlass, den ihr nicht verpassen dürft!

Eintritt: 10.- Fr ohne / 30.- Fr mit CD
Reservationen: E-Mail an den REC REC SHOP, bitte dann bis 20h15 an der Kasse erscheinen. Beschränkte Platzzahl!
Ort: Helsinki, Geroldstr. 35 / 8005 Zürich Switzerland (Eisenbahn bis Bahnhof Hardbrücke, oder Bus 33 & 72 bis Pfingstweidstrasse, das schmucke HELSINKI ist gleich darunter)

Alles, beinahe alles über Comebuckley findest du auf www.comebuckley.matile.ch COMEBUCKLEY stehen 2008 für weitere Auftritte bereit, interessierte Veranstanstalter melden sich bei uns! Thanks alot!
Als Geschmacksverstärker zwei erstklassige Rezensionen, mit bestem Dank an die Autoren. Zuletzt ein wohltuendes Feedback von Llew Llewellin (Tim Buckley Estate, Los Angeles)!

Herausragende Buckley-Interpretationen
Als Stimme der oft grossartigen, immer eigenwilligen Radio Osaka hat Andreas Czech einige der aufregendsten Schweizer CDs der letzten Dekade geprägt. Zwischen seinen punkigen Anfängen mit City Vibes und dem Avant-Rock von Radio Osaka wagte er sich vor zwanzig Jahren an ein besonders kühnes Projekt heran: zusammen mit Ex-Punks und Musikern aus der Improsivationszene unterzog er einige Lieder des zu diesem Zeitpunkt fast vergessenen Tim Buckley - Sohn Jeff war noch unbekannt - einer Neuinterpretation. Die resultierende Mini-LP "Comebuckley" schlug einen Bogen von Buckleys frühem, barocken Polit-Folk über den kneipenhaft verrauchten Jazz der mittleren Jahre bis hin zum libidogetriebenen Funk-Rock kurz vor seinem Drogentod im Juni 1975. Es ist trotz erheblicher Konkurrenz - ja, Buckley, wurde wiederentdeckt - bis jetzt die schönste Buckley-Hommage geblieben. Czechs Stimme konnte sich selbst neben der eines Buckley hören lassen. Dazu hielten sich die Arrangemente weder sklavisch an die Vorlagen, noch drückten sie ihnen unpassende Emotionen auf. Nun hat der Zürcher eine zweite Serie von Buckley-Interpretationen eingespielt, die Veit Staufer vom RecRec-Laden mit dem ersten Teil in einer liebevoll aufgemachten Doppel-CD präsentiert. Teil zwei ist ohne Zweifel noch besser herausgekommen. Zwanzig Jahre Beschäftigung mit Buckley haben Czech zu einem Sänger gemacht, der die Dynamik der Lieder von innen heraus auflodern lassen kann - wie insbesondere "Sefronia", "Song to the Siren" und "Sally Go Round The Roses" eindrücklich zeigen.

Comebuckley, "Salmon in a Ring-Shaped River" (Boy/RecRec)

Hanspeter Künzler, NZZ 26. Oktober 2007


Der früh verstorbene Troubadour mit der unerhörten Stimme
Das Zürcher Musikerkollektiv Comebuckley interpretiert die fragilen Songs von Tim Buckley.
Von Jean-Martin Büttner

Feine, fast mädchenhafte Züge, ein gut geschnittenes Gesicht, der Blick eines Träumers samt dazugehörigen Locken: So blickt Tim Buckley von den Hüllen seiner Platten, ein ewiger Jüngling mit Gitarre. Er war als Songschreiber unverkennbar und als Sänger unerhört. Dennoch erkannten nur wenige sein Talent. Nach frühen Erfolgen wurde er in dem Masse ignoriert, in dem er seine Musik ins Experimentelle weitertrieb. Tim Buckley verschmolz Folk, Blues und Jazz zu ungehörten Kompositionen, die er, der weisse Folksänger, mit der Intensität eines schwarzen Soulshouters vortrug.

Der weitere Erfolg blieb ihm dennoch versagt, der Sänger resignierte zusehends und griff zu Drogen. Er starb an einer Überdosis Heroin, gerade mal 28 Jahre alt. Es sei ein Unfall gewesen, beteuern jene, die ihn gekannt haben. Seinem Sohn Jeff Buckley sollte es viel später genauso ergehen: grosses Talent, früher Erfolg und dann der plötzliche Tod, in seinem Fall durch Ertrinken im Mississippi.

Mindestens einer hat schon den Tod des älteren Buckley nie verwunden und sich obsessiv mit seiner Musik befasst, seinen Texten und seinem Leben. Es ist der Musikliebhaber Veit Stauffer, der in Zürich den RecRec-Plattenladen führt. Ihm ist es zu verdanken, dass Tim Buckleys Musik jetzt neu interpretiert wird. Dass ein solches Unterfangen nicht leicht fällt, war ihm von Beginn weg klar - bei einer solchen Unberechenbarkeit des Originals, einer solchen stilistischen Vielfalt, einer so unglaublichen Stimme.

Ein Tribut legitimiert sich durch seinen Zugang. Die Originale korrekt nachzuspielen, macht keinen Sinn, egal wie ehrerbietig und geschmackvoll die Kopien daherkommen. Man muss mit den Vorlagen etwas anstellen, sie neu begreifen, dekonstruieren oder wenigstens aktualisieren. Das Projekt Comebuckley, eine loses Kollektiv um den Sänger und Gitarristen Andi Czech, hat einen nochmals anderen Zugang gewählt: Es entschied sich für die Transformation; Buckleys harmonisch komplexe Songs wurden europäisiert. An die Stelle seiner hellen Sehnsucht tritt das dunkle Rezital, seine träumerische Melancholie wurde neu geerdet.

Charisma, Talent, Humor
Dabei handelt es sich um eine Zweitauflage. Schon vor zwanzig Jahren haben Czech und seine Band eine Hand voll Buckley-Kompositionen interpretiert, und schon damals betreute Veit Stauffer das Projekt. Diese 87er-Aufnahmen, bislang nur auf Vinyl erhältlich, sind jetzt auf der zweiten CD zu hören. Sie wirken rockiger als die neuen Interpretationen, gesanglich extravertierter. Aber erst wenn man diese frühen Aufnahmen gehört hat, versteht man den Zugang zu den neuen.

Die Coverversionen von 1987 klingen nachgespielter, die neuen von 2007 aus dem Inneren heraus neu gedacht. Auf diese Weise könnte sie, um einen Vergleich zu riskieren, Scott Walker gesungen haben, der Amerikaner in Europa, der als Popstar begann, dann in sich selber verschwand und erst spät zu seinen Meisterwerken der Verstörung ansetzte. Also liegt hier eine Aneignung in zwei Phasen vor. Beide inspirieren dazu, Tim Buckleys Lieder im Original wieder zu hören oder neu zu entdecken: Sie bleiben unerreicht.

Eine neue DVD über ihn kombiniert verschiedene Auftritte und Interviews. Sie belegen, dass Tim Buckley nicht nur Charisma hatte und enormes Talent, sondern auch Humor. Offensichtlich nahm er seine Musik ernster als sich selber.

Comebuckley: Salmon in a Ring-Shaped Finger (2 CDs, RecRec).
Tim Buckley: Morning Glory. Exzellente Anthologie (2 CDs, Elektra/Rhino, 2001).
Tim Buckley: My Fleeting House. Liveaufnahmen, Interviews (DVD, Warner/Third Story Music, 2007).

© Tages-Anzeiger; 23.10.2007; Seite 47

The Comebuckley CD arrived the other day and I have to say it is a wonderful thing!
I had not heard the earlier 1987 tracks in a long time and I had forgotten how wonderful they are. The drums and bass arrangements on 'Make it Right' and 'No man can find the War' hold up especially well. I have had both discs in the CD player in the car as I ride around Los Angeles and have played them constantly. What can I say about the new tracks. Superb!
'Buzzin' Fly' is so hypnotic. It sounds like Tim filtered through Miles Davis in his 'In a Silent Way' period - one of Tim's favorite records. Andi's voice is so strong, and sometimes sounds so much like Tim's that it gave Judy goosebumps (gänsehaut? la chair de poule?). I think that it takes a singer who is very comfortable with his instrument to tackle 'Starsailor' - something I did not think possible.

LLEW LLEWELLIN, Los Angeles, 18th September 2007