die andere Musik

   
Wertes Publikum,
Zürich, 10. Juli 2009

erfreuliche Nachrichten! Erstens, das REC REC-Shop Geschäftsjahr wird jeweils Ende Juni bilanziert, meine Buchhaltung signalisierte kürzlich: grünes Licht! Ich darf also noch ein paar Runden weitermachen. Schon 1972 haben mich Langstreckenläufer fasziniert, an der Olympiade 1972 gewann der Finne LASSE VIREN zwei Goldmedaillen, wer stand wenig später im Jelmoli Zürich zur Unterschriften-Sammlung an? Der 13-jährige "Langstreckenläufer" unter den REC REC-Machern, der damals noch von einer Sportler-Karriere träumte und sämtliche Unterschriften der FCZ-Mannschaft sammelte. Dem 30 Jahre Jubiläum von REC REC Zürich wurden kürzlich zwei Artikel gewidmet, die ich Euch anbei zur Lektüre offeriere, als Ausdruck emphohlen. Auch wenn ich mit beiden Berichten sehr zufrieden bin: soviel Publizität bringt mich ganz schön in Verlegenheit.

Was ist aus den rund 60 Mitarbeiterinnen & Mitarbeitern geworden, die zwischen 1983-2008 bei REC REC ihre musikalischen Visionen umsetzten? Sie programmieren Konzerte in der Dampfzentrale Bern, haben seit 20 Jahren einen Bauernhof mit Pension in der Toscana, Buchhalter liessen sich fürs Gastgewerbe umschulen, sie haben eigene Plattenläden, sie schreiben Bücher in Nepal, gründen erfolgreiche Ladenketten, sind arbeitslos oder leben von der Fürsorge, touren im Ausland und haben grosse Artikel im "Wire", sie produzieren wichtige Schweizer Filme, gehen mit ihrer nächsten Firma Konkurs, sie heiraten in London, sie trainieren die Rhythmik von Kindern, sie lektorieren Hörbücher im Grossverlag, betätigen sich im Musikjournalismus, sie sind verkrachte Existenzen, schreiben Texte für Online-Portale, betreuen jahrelang Aufnahmen der Schlieremer Chind, zeichnen Comics fürs Strapazin, lassen sich zu Sozialarbeitern ausbilden, arbeiten in der Roten Fabrik oder beim Schweizer Fernsehen, verkaufen den Tagi kurz vor Mitternacht, mixen Konzerte in angesagten Zürcher Klubs und werden Musikchef bei DRS 3. Momentan sammle ich die Namen all dieser Leute, dann gibt es auf der Website ein Ehrenportal, inkl. den wichtigsten Alben die von uns seit 1979 in der Schweiz vertrieben wurden.

Das Buch "Musikszene Schweiz" (bestellbar zu 58.- Fr inkl. Porto) wiegt 1,5 kg und enthält die wohl beste Geschichte zu REC REC Zürich. Journalist Tommy Bodmer ist ein alter Intimus unserer Firma, und wenn wir zwei uns musikalisch auch nicht immer nach denselben Kriterien ausrichteten, schätze ich seine beiliegende Reportage sehr. Der Fotograf Goran Potkonjak hat wunderbare schwarz/weiss-Portraits beigesteuert, ein umwerfender Mix quer durch die Gesellschaft, in erlesener Nachbarschaft mit Rudolph Dietrich (Punk), Pater Roman Bannwart (Gregorianik), Gimma (Rap), Claude Nobs (Montreux), Daniel Bühler (Afro Pfingsten), Alexander Pereira (Opernhaus), Kuno Lauener (Züri West), André Béchier (Hallenstadion), Uli Schuwey (Chanson), Markus Unterfinger (Techno), Bo Katzman (Gospel), Suzanne Klee (Country) u.v.a.

Das Portrait im Tagblatt erschien am 8. Juli mit der Ueberschrift "Moderne Musik? Stauffer weiss alles". Ich bedanke mich bei der sehr jungen und äusserst talentierten Journalistin Jessica Fritz, die das Portrait nach einer einmaligen 90minütigen Begegnung ausmalte.

Ich stehe Euch noch bis Samstag, 25. Juli 09 zur Verfügung, bin ab Dienstag 18. August 09 wieder da. Die drei Wochen Ferien werden benützt, um auch die Ordnung im Laden endgültig wieder in den Griff zu bekommen.

Herzlichen Dank & Gruss: Veit F. Stauffer