die andere Musik

   
Willkommen allerseits...
Zürich, 29. Juni 2015

....zum aktuellen Sommerangebot im kühlen REC REC-Shop. So wie es aussieht, wird bis zu den Herbstferien 2015 durchgearbeitet, zum Aufräumen und mit Leuten plaudern ist der Sommer die ideale Jahreszeit. Eine allfällige Auszeit würde ich kurzfristig noch bekannt geben. Heute erstmals im Anhang eine Neuheitenliste mit den neuen Preisen: 28.- Fr pro CD. Die Kund/innenkarte seit 1999 war übrigens ein Erfolg, doch entspricht sie nicht mehr der Zeit. Damals befanden sich mehrere Zürcher CD-Läden im Preis-Wettstreit, diese Konkurrenz ist nun mehrheitlich verschwunden - oder andere Läden haben stärker auf Vinyl umgestellt. Ausserdem gilt es ein symbolisches Zeichen zu setzen gegenüber der Realität des harten Frankens. Nächstes mal werden wieder Neuheiten vorgestellt, heute ein paar Texte die ich zumeist bereits auf der Facebook-Seite publizierte. Ich freue mich auf Eure Bestellungen per Mail, oder auf Besuche direkt im Shop, auf Wunsch gebe ich immer gerne einen Drink aus (Mineral, Orangensaft, Bier, Wein)
Herzliche Grüsse Veit

- In Memoriam HARRY ROWOHLT (1945-2015) ... Unvergessen die Koproduktion mit dem ENSEMBLE RAYE (ex-Debile Menthol) aus Neuchatel und dem Verlag Kein & Aber im Jahre 2000 mit der Hör-CD "Ein Fest für Pu den Bären", damals 99x verkauft im Rec Rec Shop.

- Momentan befinden sich im Rec Rec Shop zehn Tonträger von ORNETTE COLEMAN, inkl. der im April 2015 neu veröffentlichten 6 CD-Box "Beauty Is A Rare Thing" (1959-61, aktueller Preis 48.-, kostete 1993 beim First Release noch 118.-) ... Sein Klassiker "Free Jazz" gehörte in meinem Elternhaus neben John Cage zu den irritierenden Einflüssen mit Langzeitwirkung ... das grandiose Post-Soft Machine-Album "Hopper Tunity Box" feat. HUGH HOPPER, ELTON DEAN, DAVE STEWART, GARY WINDO u.a. hörte ich im Sommer 1977 dutzendfach, worauf sich eine bemerkenswerte ORNETTE COLEMAN-Coverversion befand: "Lonely Woman"

- REC REC Shop grüsst KLANG und KLEID, sie haben kürzlich den Abschied von CHRISTOPHER LEE (1922-2015) sehr treffend kommentiert: "oh, no, nicht schon wieder... eben erst Winnetou und nun Dracula! Der "Dracula" - Nun denn... Sir Christopher Lee, im Gegensatz zu Winnetou wünschen wir Dir kein R.I.P. oder Ruhe in den ewigen Jagdgründen, sondern... C.B.S. ähm... COME BACK SOON! We love you!!! " Habe gerade dieser Tage die DVD-Box ALFRED HITCHCOCK HOUR "The Sign Of Satan" (1964) gesehen mit einer Paraderolle für CHRISTOPHER LEE .... aber seine liebste Rolle war ja im WICKER MAN von 1973, den ich vor ca. 2 Jahren entdeckte via INGRID PITT (1937 Polen - 2010 London) die ich in einer Serie von DER CHEF (Ironside, feat. Raymond Burr) entdeckte, dann ihre spannenden Memoiren (1999) auf englisch las und ein paar ihrer Spielfilme anschaute ….

- CAMEL mit Original-Gitarrist Andy Latimer am 14. Juli 2015 um 20 Uhr im Zürcher Kaufleuten, organisiert von Allblues. Aus Anlass eines seltenen CH-Gastspiels von wieder vereinten Prog-Bands der 70er / 80er Jahre ein kurzer Kommentar. Sich nach einer Zigarettenmarke zu benennen, wäre heute fast ein subversiver Akt des Widerstands gegen den Mainstream. Damals war es bloss eine weitere Möglichkeit, in der marktschreierischen Welt der Rock- und Popmusik Aufmerksamkeit zu erhaschen. Das war auch die Zeit der Zürcher Band TAXI mit ihrem Underground-Hit "Campari Soda". - Das Bedürfnis nach Kitsch (= Musik, die sich angenehm ins Ohr schmeichelt) ist weltweit ungebrochen. Aktuelle Beispiele, willkürlich herausgegriffen: FLEET FOXES oder BECK mit "Morning Phase" (2014). Über die seit 1977 sehr erfolgreiche britische Band BARCLAY JAMES HARVEST wurde jahrelang gespöttelt, obwohl sie mit demselben ((braven)) Konzept operierten wie die allgemein höher bewerteten PROCOL HARUM oder MOODY BLUES. CAMEL wiederum positionierten sich ab 1973 unprätentiös als die netten Jungs von nebenan, mit überästhetischen Gitarrenparts wie geschmeidigen Taktwechseln, als angenehmer Gegenpol zur Gigantomanie von damaligen Stadionbands wie YES oder ELP (die jedes halbe Jahr einen noch höheren Instrumententurm aufbauten). CAMEL ist keine Canterbury-Band, obwohl gewisse Ähnlichkeit zu CARAVAN nicht von der Hand zu weisen war, deren Bassist RICHARD SINCLAIR 1977 beim fünften Camel-Album "Rain Dances" (featuring BRIAN ENO) einstieg, 1978-79 waren gar noch die beiden Keyboarder DAVID SINCLAIR und JAN SCHELHAAS mit an Bord. Nicht zu vergessen: beim dritten Album "Snow Goose" (1975), welches CAMEL den Durchbruch ermöglichte, schrieb die String-Arrangements kein geringerer als DAVID BEDFORD (1937-2011), der zuvor bereits Alben von KEVIN AYERS und MIKE OLDFIELD veredelte. Aber klares Markenzeichen von CAMEL waren die Instrumentalkünste des Keyboarders PETER BARDENS (1945-2002, Lungenkrebs), sowie des Gitarristen, Flötisten und Sängers ANDREW LATIMER (*1947), der nach schwerer Krankheit nun nochmals mit einer jungen Band (die keine Wünsche offen lassen wird) auf Europatour geht und auch in Zürich Halt macht. Wie bereits im September 1977, als CAMEL mit "Rain Dances" im Zürcher Volkshaus gastierten, werde ich auch im Juli 2015 als Geburtstagsgeschenk meine Mutter zum Konzert einladen. Und mindestens die Hälfte des Konzerts wird von meinem schelmischen Lächeln begleitet sein.

- Nachlese zum Konzert vom Sonntag 7. Juni 2015: Ich bin ein totaler AC/DC-Banause, als die Band aufkam, war ich gerade damit beschäftigt, mit meinem Progressiv Rock- und Jazzrock-Fusion-Hintergrund (hab damals Weather Report 1975-77 dreimal gesehen) dank Pere Ubu und Kleenex / Liliput, aber auch Brian Eno als Produzent von "No New York" den Punk / New Wave zu entdecken .... Als das Konzert begann, waren die Windverhältnisse in Wipkingen (ca. 250 Meter Luftlinie südlich vom Waidspital) äusserst ungünstig ... Kurioserweise klang der Sound zu Beginn wie eine Brassband am Sechseläuten - oder wie eine Garagerockband im Keller unten mit sieben Türen dazwischen .... Zwischendurch öffneten wir die Balkontüre und überprüften den Sound, der das Limmattal beschallte ... Eine coole Mischung aus Status Quo und Black Sabbath, so what? Ich amüsierte mich grossartig, aus dieser Distanz ... und das Finale war grandios orchestriert ... "Highway To Hell" wurde durch den Wind skelettiert zu "All Right Now" (1970) vom vierten Album "Fire & Water" der britischen Bluesrockband FREE .... und das war das Stichwort: nach dem fulminanten Firework kam das gigantische Gewitter ... Grossartiges Open Air-Spektakel mit freiem Eintritt …

- Alte Bestände des Rec Rec-Labels auf Vinyl: speziell UNKNOWNMIX wird regelmässig von jungen DJs aus Berlin, Paris oder London bestellt - offenbar der Zeit weit Voraus - zu den originalen Preisen von damals: pro LP 20.- Fr

- Zuerst war der November 2014 geplant, dann April 2015, am 28. August nun definitiv findet in der Bäckeranlage die Buchvernissage der Monografie über die Zürcher Künstlerin und Kunstvermittlerin DORIS STAUFFER statt. Das Buch geht diese Woche in Leipzig in Druck. - Drei neue Schilder im Rec Rec-Shop, Ostern 2015, herzlichen dank an Paul Weixler für die zuverlässige Montage ! - Und danke an ANDRE THOMKINS (1930-85) für zwei hervorragende Palindrome ...

- Back To The ROOTS : seit kurzem steht ein entzückendes SCHELLACK-Möbel im hinteren Teil des REC REC Shop. Am 2. Juni 2015 hat mir der ca. 80-jährige Vorbesitzer das perfekt funktionierende Modell vorgeführt und zum Kauf angeboten. Es stand einst im Restaurant "Quellenhof" in Rapperswil SG. Jetzt läuft hier täglich auf 78 RPM die Zither-Melodie "Der dritte Mann" von ANTON KARAS.